Familiengeschichte in einem Familienunternehmen

Über Generationen ist die Familie Hirmer/Dobmeier mit der Geschichte der Kaolinindustrie eng verwoben

Alois Hirmer blättert in seinen eigenen Lohnbuchhaltungsunterlagen aus dem Jahre 1948, begleitet von seiner Tochter Lydia Dobmeier (links) und seiner Enkelin Jeanine Dobmeier.

Viele Familien innerhalb unserer Unternehmensgruppe haben eine lange und stolze Tradition, die sehr eng verbunden ist mit der industriellen Gewinnung und Aufbereitung von Mineralien, und die sehr stark verwoben ist mit der Geschichte von Werksstandorten. Teilweise mit amüsanten Anekdoten, aber auch mit tragischen Schicksalsschlägen, wie eben das Leben so spielt. So auch beispielsweise eine Familie aus Schnaittenbach, deren jüngstes Mitglied, Jeanine Dobmeier, gerade in der Marketingabteilung an ihrer Bachelor-Arbeit in Hirschau schreibt. Ihre Mutter Lydia Dobmeier arbeitet seit 1980 im Betriebslabor in Schnaittenbach. In der Generation davor waren der Großvater Alois Hirmer und auch dessen Schwester schon in der Kaolinindustrie beschäftigt. Und auch schon ihr Ur-Großvater Alois Hirmer sen. war seit etwa 1922 Arbeiter bei der damaligen Firma Kick. 

Bild: Privat Alois Hirmer, Schnaittenbach
Alois Hirmer sen., (2. v. rechts), Jeanine Dobmeiers Ur-Großvater, war auch schon in der Kaolinindustrie im Tagebau beschäftigt. Das Bild dürfte aus dem Jahre 1924 stammen.

Nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft war er ab 1948 Vorarbeiter/Sprenger in der Grube. Er verunglückte am 24. September 1949 tödlich bei Kick, als sich im Tag ebau bei Abbauarbeiten eine Wand löste und ihn verschüttete. So erzählte unser im Jahr 1993 in Ruhestand gegangener Mitarbeiter Alois Hirmer – Jeanine Dobmeiers Großvater - seine Lebensgeschichte. Er hatte zum Februar 1947 den Lehrvertrag als Betriebsschlosser bei Kick abgeschlossen.

Bild: Privat Alois Hirmer, Schnaittenbach
Hier ein Blick in die Schlosserei bei Kick im Jahre 1948, bei der Alois Hirmer in der letzten Reihe kaum zu erkennen ist.

Im ersten Lehrjahr bekam er dort 25 Reichsmark Ausbildungsvergütung, im 2. Lehrjahr 35 RM und im 3. Lehrjahr 45 RM, wobei damals eine einzige Zigarette 5 RM kostete. Nach dem Tod seines Vaters musste er mit seinem geringen Lohn auch noch seine Mutter unterstützen. Sein erster Facharbeiter-Stundenlohn war 76 Pfennige. Damals gab es noch überall die 6-Tage-Woche. An Sonntagen wurden oft Reparaturen durchgeführt, üblicherweise ohne Zeitausgleich. Das war eben so! 

Bild: Privat Alois Hirmer, Schnaittenbach
Ein Meilenstein für das damalige Unternehmen: Das neue Kraftwerk wird in Betrieb genommen. Alois Hirmer (oben Mitte) wurde dort seit dem Jahre 1954 in der Energieversorgung eingesetzt.

Nach seiner Ausbildung arbeitete Alois Hirmer im Kraftwerk. 1964 wechselte er ins Technische Büro. Dort war er bis zu seinem verdienten Ruhestand im Jahr 1993 tätig. Er kann sich wie ein wandelndes Geschichtsbuch an viele Ereignisse und Meilensteine ganz genau erinnern, u. a. an die Inbetriebnahme des Kraftwerkes im Jahre 1954 oder an die große Tafel aus dem Jahr 1932, auf der geschrieben stand, dass die Kaolinproduktion von 2,3 t auf 8 t täglich erhöht werden konnte.

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