Neue Kennzeichnung kommt

EU-Verordnung regelt neue Kennzeichnungen

Seit Anfang des letzten Jahres gilt die 1355 Seiten (!) starke europäische GHS-EU-Verordnung (Globally Harmonised System). Diese Verordnung soll ein weltweit einheitliches System zur Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Zubereitungen sowie einheitliche Sicherheitsdatenblätter schaffen (eine Chemikalie = eine Einstufung/Kennzeichnung weltweit). Damit ergeben sich unter anderem Veränderungen bei den Gefahrenpiktogrammen sowie den Gefahren- und Sicherheitshinweisen, die auch auf Produkten der Quarzwerke zu finden sein werden.

Es gelten die neuen Gefahrenpiktogramme in Form eines auf der Spitze stehenden weißen Quadrates mit rotem Rand und schwarzem Symbol.

Viele von Ihnen werden die bisherigen Risiko- und Sicherheitssätze, die in einfacher Art und Weise auf den sicheren Umgang mit gefährlichen Substanzen hinweisen sollen, noch aus Ihrem Chemieunterricht kennen. Die R- und S-Sätze werden in Zukunft abgelöst durch die Kürzel „H“ und „EUH“ für die Gefahrenhinweise (engl. Hazard) und das Kürzel „P“ für die Sicherheitshinweise (engl. Precaution). Mit den Kürzeln sind außerdem die Signalwörter „Gefahr“ und „Achtung“ verbunden.
Hersteller und Importeure müssen bis zum 1. Dezember dieses Jahres ihre Produkte nach der neuen Verordnung einstufen, kennzeichnen und der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ihre Einstufung melden.
Das bedeutet für die Quarzwerke, dass alle Produkte mit hohem Quarzfeinanteil innerhalb vorgegebener Mengenschwellen zu kennzeichnen sind (ab 1 % Quarzfeingehalt als zielorgantoxisch Kategorie 2 und ab 10 % zielorgantoxisch Kategorie 1). Damit können neben den Quarzmehlen zusätzlich auch weitere Produkte wie beispielsweise die fein gemahlenen Feldspat-, Kaolin- oder Wollastonitprodukte mit einem höheren Quarzgehalt kennzeichnungspflichtig werden! Vor allem bei Produkten, die mit dieser Kennzeichnung beim Endverbraucher landen, muss rechtzeitig eine Kommunikation mit den Kunden erfolgen.
Zur Definition des Quarzfeinanteils ist ein neues, universell anwendbares und wissenschaftlich abgesichertes Messverfahren entwickelt worden (SWeRF: Size Weighted Respirable Fraktion = größengewichtete alveolengängige (lungengängige) Quarzfeinstaubfraktion). Um die Gehalte nach dieser Methode zu bestimmen, sind unsere Labore in Frechen und Hirschau schon intensiv mit der Analyse unserer Produkte beschäftigt.
Für die Verwendung von Chemikalien und Hilfsmitteln ergeben sich keine großen Veränderungen. Die Kennzeichnung weist wie bisher auf physikalische Gefährdungen, Umwelt-  und Gesundheitsgefahren hin.

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