Umzug eines Baggerschiffs

Die 300 Tonnen schwere „Sythen“ wechselte den Tagebausee

Als Anfang Oktober das 300 Tonnen schwere Baggerschiff „Sythen“ aus dem Silbersee II gezogen wurde, tummelten sich viele Bewohner, Schaulustige und Journalisten am Strand des Seebades, um hautnah dabei zu sein. 

Die „Sythen“ wurde mit Hilfe von zwei großen Mobilkränen und zwei starken Seilwinden auf Luftsäcken (Airbags) Stück für Stück aus dem Silbersee II an Land gezogen. Eine große Herausforderung dabei war die enorme Länge von 52 Metern, weil  das Schiff über eine zum Seeufer hin abfallende und leicht gekrümmte Fläche bis auf ein eigens dafür vorbereitetes horizontales Plateau gezogen werden musste. Das bedeutete, dass zeitweise nur wenige Airbags den Großteil der Last zu tragen hatten und stets die Gefahr bestand, dass einige der Luftsäcke unter dem enormen Gewicht schlichtweg platzen konnten. Normalerweise kann jeder dieser Airbags bis zu zehn Tonnen tragen, was phasenweise überschritten wurde. Das Baggerschiff musste dabei zum Schluss zentimetergenau in eine bestimmte Position gebracht werden, damit das hydraulische Anheben des Schiffes auf vorher im Boden eingebaute Beton-Platten erfolgen konnte. Um die für den Fahrzeug-Transport erforderliche Unterfahrhöhe zu erreichen, wurde das Baggerschiff mit Hilfe von 16 Hydraulik- Pressen und hunderten maßgenauen, ein
Meter langen Holz-Balken auf eine Höhe von zwei Metern gebracht. Danach wurden die Spezial-Schwertransport- Fahrzeuge mit großen Querträgern in Position gebracht und für den Überland- Transport vorbereitet. Einen Tag vorher war bereits die 130 Tonnen schwere Baggerleiter mit den beiden Mobilkränen aus dem Wasser gezogen und zum Gewinnungssee Silbersee I transportiert worden. Der Silbersee I wird in den kommenden Jahren der neue Einsatzbereich der „Sythen“ sein, wo sie zusammen mit ihrem Schwesterschiff „Münsterland“ Quarzsand gewinnen wird.


Innerhalb eines Tages fand der eigentliche Umzug statt. Auf den Spezialtransportern wurde das Baggerschiff zum anderthalb Kilometer entfernten Silbersee I transportiert. Dort angekommen, wurde es hydraulisch auf eine Stand-Höhe von etwa 
anderthalb Metern abgesenkt und auf Holzstapeln abgesetzt. Nach einer rund dreiwöchigen Sanierung des Korrosionsschutzes an verschiedenen Stellen wurde die „Sythen“ am 30. Oktober über eine schräge Bahn mittels Airbags wieder zu Wasser gelassen.

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