Präzision ist alles

Die Aufgaben eines Markscheiders als verlängerter Arm des Bergamtes

Markscheider Gustav Kuhn mit einem Tachymeter und einem GPS Gerät am Werksockel Schnaittenbach.

Von der Planung eines Abbauvorhabens bis zum ersten Spatenstich ist es ein langer Weg. Bevor abgebaut werden kann, muss die genehmigte Abbaugrenze in die Natur übertragen und ausgepflockt werden. Auch während des Abbaus wird der Betrieb laufend überwacht, damit Genehmigung und Ausführung ständig übereinstimmen. Diese Arbeiten übernimmt immer ein unabhängiger Experte, ein von der Bergbehörde anerkannter Markscheider. Der Begriff Markscheider stammt aus dem Mittelalter. Er geht auf die Abgrenzung („scheiden“) der Bergbauberechtigungen („Marken“) zurück. Er fertigt Bergbaupläne für die Bergbehörde an, die Urkunden mit öffentlichem Glauben sind – ähnlich den Urkunden eines Notars. Mit Hilfe des so genannten Bergmännischen Risswerks kontrolliert die Bergbehörde die exakte Einhaltung der erteilten Abbaugenehmigung. In den Tagebauen der Amberger Kaolinwerke beispielsweise ist für die markscheiderischen Arbeiten seit über 20 Jahren das Ingenieurbüro Dipl.- Ing. Gustav Kuhn aus dem Raum Regensburg tätig, welches über die gesonderte Zulassung eines „Öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für das Markscheidewesen“ verfügt. In einem Radius von knapp 400 km betreuen Kuhn und seine Mitarbeiter ca. 150 Abbaubetriebe mit Schwerpunkt im süddeutschen Raum. Die Aufgabenbereiche eines solchen Markscheiders sind sehr vielfältig. Hier nur einige Beispiele: 
• Überwachung der Genehmigungsgrenzen und der Böschungsneigungen 
• Höhenkontrolle an der Tagesoberfläche 
• Messtechnische Erfassung und Dokumentation der Abbautätigkeit und der Betriebsanlagen 
• Mitarbeit bei der Abbauplanung und der lagerstättenkundlichen Dokumentation 
• Planung und Überwachung von Rekultivierungsmaßnahmen 
• Verwaltung von Bergbauberechtigungen 

Auch wenn der Name aus dem Mittelalter stammt, ist die Technik eines Markscheiders hochmodern. Es kommen elektronische Tachymeter und satellitengestützte Messsysteme sowie hochpräzise Nivellierinstrumente zum Einsatz, die in Größenordnungen von einem Zentimeter messen. Die 3D-Dokumentationen sind eine zuverlässige Planungsgrundlage und ein Kontrollinstrument, auf das sich nicht nur die Bergbehörde und der Betrieb, sondern auch die betroffenen Anrainer verlassen können.

Mit hoher Präzision werden satellitengestützt die Messdaten aus dem Tagebau Schnaittenbach ermittelt.

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